Alexandre de Moraes verlor nach einer US-Strafe die Unterstützung des Obersten Bundesgerichts. Erfahren Sie, warum selbst seine Kollegen keine Erklärung zu seiner Verteidigung unterzeichnen wollten.
Der Versuch von Richter Alexandre de Moraes, den Obersten Bundesgerichtshof in einem Unterstützungsschreiben zu einen, scheiterte. Dies offenbarte eine beispiellose Kluft zwischen den Mitgliedern des höchsten brasilianischen Gerichts. Grund für die Spannungen waren die kürzlich von den USA gegen Moraes verhängten Sanktionen. basierend auf dem Magnitsky Act – eine US-amerikanische Gesetzesvorschrift, die ausländische Persönlichkeiten bestraft, denen schwere Menschenrechtsverletzungen oder Korruption vorgeworfen werden. Die Maßnahme löste heftige diplomatische und politische Reaktionen aus, fand jedoch vor dem Obersten Bundesgericht keine einhellige Unterstützung.
Druck auf Unterstützung und Rückzug der Minister
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Strafe versuchte Moraes, die anderen Richter zu überzeugen, einen gemeinsamen Brief zu unterzeichnen, in dem sie die US-Entscheidung verurteilten. Mehr als die Hälfte der Mitglieder des Gerichtshofs hielt es jedoch für unangemessen, ein institutionelles Dokument zu verfassen, um der US-Außenpolitik entgegenzutreten. Die Mehrheit war der Ansicht, eine solche Initiative könne das Image des Obersten Gerichtshofs weiter schädigen und unnötige diplomatische Spannungen erzeugen.
Angesichts des Widerstands entschied man sich für eine vorsichtigere Lösung: eine institutionelle Note, die ausschließlich vom Vorsitzenden Richter des Obersten Gerichtshofs, Luís Roberto Barroso, unterzeichnet wurde. In der diplomatischen Erklärung wurden weder die Vereinigten Staaten noch der Magnitsky Act direkt erwähnt. Dies enttäuschte Moraes' Erwartungen, da er die uneingeschränkte Unterstützung seiner Kollegen hatte.
-
Eine Studie von Experten bringt die Wirtschaftssanktionen der USA und der EU mit mehr als 500 Todesfällen pro Jahr in Verbindung; Schätzungen gehen von 38 Millionen Todesfällen zwischen 1971 und 2021 aus.
-
Zwei Wochen nach dem Angriff auf den Iran sieht sich Donald Trump mit steigenden Ölpreisen, fallenden Börsenkursen und zögernden Verbündeten in der Straße von Hormus konfrontiert, während der Krieg beginnt, innerhalb der Vereinigten Staaten politische Folgen zu haben.
-
Die USA zahlten 5 Millionen Dollar für ein Stück Afrika, und nur wenige wissen, was für eine große Metropole daraus geworden ist.
-
Trump kündigt die Bombardierung von US-Militärzielen auf der iranischen Insel an, die für etwa 90 % der iranischen Ölexporte verantwortlich ist, und warnt, dass er weitere Angriffe durchführen könnte, falls die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus bedroht wird.
Abendessen in Alvorada offenbart interne Spaltung
Angesichts des mangelnden Konsenses innerhalb des Gerichtshofs startete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva einen neuen Versuch, Einigkeit zu demonstrieren. Im Alvorada-Palast wurde ein Abendessen organisiert, an dem alle elf Richter des Obersten Gerichtshofs teilnahmen. Damit wurde symbolisch der Zusammenhalt zwischen den Regierungszweigen bekräftigt und das Narrativ der Verteidigung der nationalen Souveränität gestärkt. Das Bild der Richter an der Seite des Präsidenten diente als strategisches Element der Kommunikationskampagne des Alvorada-Palastes, die darauf abzielt, den sinkenden Zustimmungswerten entgegenzuwirken.
Doch Lulas Plan erlitt einen Rückschlag: Nur sechs Richter nahmen an der Veranstaltung teil. Alexandre de Moraes, Cristiano Zanin, Edson Fachin, Flávio Dino, Gilmar Mendes und Roberto Barroso waren anwesend. André Mendonça, Cármen Lúcia, Dias Toffoli, Luiz Fux und Nunes Marques waren abwesend, was den Eindruck eines wachsenden Unbehagens über Moraes' Richtung innerhalb des Gerichts verstärkte.
Protokollbeteiligung und interne Kritik
Nicht alle der in Alvorada anwesenden Richter waren von ihrer Überzeugung überzeugt. Edson Fachin beispielsweise nahm nur widerwillig teil. Seine Anwesenheit hatte vor allem institutionelle Gründe, da er bald den Vorsitz des Obersten Gerichtshofs übernehmen wird, mit Alexandre de Moraes als seinem Stellvertreter. Seine Abwesenheit könnte im Kontext eines Führungswechsels in der Justiz missverstanden werden.
Quellen aus dem Umfeld des Obersten Gerichtshofs weisen darauf hin, dass das Gefühl wächst, Moraes führe das Gericht auf einen gefährlichen Weg ohne Umkehr. Auslöser war Berichten zufolge seine jüngste Entscheidung, dem ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro das Tragen einer elektronischen Fußfessel vorzuschreiben, begleitet von der Unterstellung, die USA könnten als „ausländischer Feind“ Brasiliens betrachtet werden. Mehrere Richter hielten diese Rhetorik für übertrieben und unangemessen, insbesondere angesichts der heiklen diplomatischen Beziehungen zu Washington.
Isolation und institutioneller Verschleiß
Der Vorfall offenbart Alexandre de Moraes' wachsende Isolation innerhalb des Obersten Bundesgerichts. Trotz seiner Bekanntheit in den letzten Jahren, insbesondere bei Entscheidungen mit erheblicher politischer Tragweite, stößt der Richter nun auf Widerstand unter seinen eigenen Kollegen. Das Scheitern seiner Versuche, Institutionen zu mobilisieren – sowohl durch den Brief als auch durch das Abendessen – macht deutlich, dass seine Unterstützung innerhalb des Gerichts nicht mehr einhellig ist.
Die gemäßigte Reaktion des Gerichts und die Abwesenheit fast der Hälfte der Richter bei einem symbolischen Treffen mit dem Präsidenten der Republik deuten darauf hin, dass sich der Oberste Gerichtshof in einer Phase der internen Neudefinition befindet. Im Zentrum dieser Krise steht die Erosion des Images von Moraes, das zunehmend mit kontroversen Entscheidungen und einer Rhetorik in Verbindung gebracht wird, die nicht jeder mittragen möchte.

-
Eine Person hat darauf reagiert.